Signalstärke der angemeldeten Clients mit iw anzeigen.

Da man sich um das Wohl des Knotens bzw. seiner Clients sorgt, möchte man Informationen über die Signalstärke und den tatsächlichen Netzverkehr bekommen, diese erscheinen nicht auf der Statusseite.

Hier kommt nach dem Aufbau der ssh-Verbindung der iw-Befehl zum Einsatz, alten „wardrivern“ ist der Vorgänger iwconfig noch vertraut. Mit iw lassen sich Informationen über das WLAN anzeigen und dieses auch konfigurieren.

1. iwinfo ⇒ Grundlegende Informationen über die AP-Konfiguration (Ausgabe gekürzt)

root@Dossenheim-003-temp:~# iwinfo
client0   ESSID: "freifunk-rhein-neckar.de"
          Access Point: F6:F4:6E:40:1B:7C
          Mode: Master  Channel: 6 (2.437 GHz)
          Signal: -71 dBm  Noise: -95 dBm
          Encryption: none
          Type: nl80211  HW Mode(s): 802.11bgn
          Supports VAPs: yes  PHY name: phy0

ibss0     ESSID: "ffrn-mesh"
          Access Point: FE:FE:FE:CA:FF:EE
          Mode: Ad-Hoc  Channel: 6 (2.437 GHz)
          Tx-Power: 16 dBm  Link Quality: unknown/70
          Type: nl80211  HW Mode(s): 802.11bgn
          Hardware: unknown [Generic MAC80211]
          Supports VAPs: yes  PHY name: phy0''

Hier gibt es zwei SSIDs, eine für die normalen Clients und eine zum „meshen“, interessieren wird uns client0 mit der ESSID freifunk-rhein-neckar.de
client0 ist als Netzwerkschnittstelle zu sehen (auch mit ifconfig sichtbar) und dient den externen Clients quasi als Accesspoint.

2. Übergang zum reinen iw-Befehl, dieser besitzt umfangreiche Parameter

iw reg get

⇒ Findet heraus, welche Ländereinstellung der AP hat,

iw reg set DE

⇒ fixt die eventuell vorher vorgenommene Amokeinstellung auf bolivianische Verhältnisse mit einer Erhöhung um 10dBm der Sendeleistung (auf 30dBm), was tatsächlich einer Verzehnfachung von 100mW auf 1W entspricht. Es macht übrigens keinen Sinn, die Sendeleistung zu erhöhen. Die Clients sehen dann jede Menge grüne Balken und verhungern auf dem Weg zurück mit ihrer 100mW-Sendeleistung.

root@Dossenheim-003-temp:~# iw reg get
country DE: DFS-ETSI
        (2400 - 2483 @ 40), (N/A, 20), (N/A)
        (5150 - 5250 @ 80), (N/A, 20), (N/A), NO-OUTDOOR
        (5250 - 5350 @ 80), (N/A, 20), (0 ms), NO-OUTDOOR, DFS
        (5470 - 5725 @ 160), (N/A, 27), (0 ms), DFS
        (57000 - 66000 @ 2160), (N/A, 40), (N/A)

3. Zurück zur Ausgangsfrage: Infos über die angemeldeten Clients bekommen wir mit:

iw dev client0 station dump

Hier sehen wir zwei angemeldete Clients an „Schnittstelle“ client0.

root@Dossenheim-003-temp:~# iw dev client0 station dump
Station 6c:b7:f4:12:34:56 (on client0)
        inactive time:  26700 ms
        rx bytes:       144235
        rx packets:     2048
        tx bytes:       143878
        tx packets:     939
        tx retries:     63
        tx failed:      0
        signal:         -73 [-84, -73] dBm
        signal avg:     -74 [-85, -75] dBm
        tx bitrate:     11.0 MBit/s
        rx bitrate:     1.0 MBit/s
        expected throughput:    0.557Mbps
        authorized:     yes
        authenticated:  yes
        preamble:       short
        WMM/WME:        yes
        MFP:            no
        TDLS peer:      no
Station 88:53:2e:ae:01:12 (on client0)
        inactive time:  10 ms
        rx bytes:       2642141
        rx packets:     23055
        tx bytes:       14747171
        tx packets:     18927
        tx retries:     17820
        tx failed:      62
        signal:         -74 [-76, -80] dBm
        signal avg:     -74 [-75, -79] dBm
        tx bitrate:     14.4 MBit/s MCS 1 short GI
        rx bitrate:     39.0 MBit/s MCS 10
        expected throughput:    1.52Mbps
        authorized:     yes
        authenticated:  yes
        preamble:       short
        WMM/WME:        yes
        MFP:            no
        TDLS peer:      no
        

Interessant folgende Zeilen:

  • Station 6c:b7:f4:12:34:56 (on client0) ⇒ MAC-Adresse des Clients, hier ist der Hersteller mit eincodiert (Samsung, Apple, Intel…), ermöglicht Rückschlüsse auf die verwendete Hardware der „Kunden“.
  • tx bytes: 143878 ⇒ bisher an den Client geschickte Bytes, mies zu interpretieren, der Mensch denkt in MByte
  • signal: -73 [-84, -73] dBm ⇒ Verlauf der Signalstärke, interessant erstmal der aktuelle vor der Klammer, kleine als -79dBm gilt für „Verbindung ist kagge, geht kaum mehr was durch.“ Je höher die Zahl, desto besser die Verbindung. Wem das nicht reicht: https://www.excentis.com/blog/wi-fi-signal-strength-are-your-investments-wireless-infrastructure-based-shaky-data

Die restlichen Werte sind teilweise HF-Magie, die hier erstmal unberücksichtigt bleibt.

Die while-Dauerschleife ist auskommentiert, da das „grepen“ der MAC-Adresse in „nmap-mac-prefixes“ bei vielen Clients ordentlich CPU-Leistung frisst. Die Kommentare vor „while“, „sleep“ und „done“ weg, dann dreht sich das wieder im Kreis. Die 500kB in /tmp werden dem RAM geklaut, wenn das System schon an der Oberkante kratzt, wird's eng und die Kiste bootet neu.

clientinfo.sh
#!/bin/sh
 
#MAC-Adressen zu Hersteller-Liste herunterladen und in /tmp speichern, ist nach reboot wieder weg
# 7.11.2017 linuxnet.ca hat auf tls umgestellt, das "kleine" wget in Gluon kann kein ssl, ihr koennt die aktuele Liste hier 
# runterladen und per Hand auf den Router kopieren 
#wget -P /tmp http://linuxnet.ca/ieee/oui/nmap-mac-prefixes
#oder einfach automatisch meine nehmen, die ist nicht immer superaktuell
 
wget -P /tmp  http://www.wvss-mannheim.de/~baum/nmap-mac-prefixes
 
 
#Farben fuer Signalstaerke
rot="\033[31m"
gruen="\033[32m"
reset="\033[0m"
 
 
#while [ true ]; do
clear
maclist=$(iw dev client0 station dump |grep Station|awk '{print $2}')
pegellist=$(iw dev client0 station dump |grep signal:|awk '{print $2}')
 
#MAC-Adressen dem zugehoerigen Hersteller zuordnen
if [[ -z "$maclist" ]]
then
echo "Keine Clients auf dem AP."
 
else
 
for i in $maclist; do
        OUI=$(echo ${i//[:.- ]/} | tr "[a-f]" "[A-F]" | egrep -o "^[0-9A-F]{6}")
 
        vendor=$(grep $OUI /tmp/nmap-mac-prefixes)
echo $vendor
done
 
#Signalpegel aufarbeiten, Ausgabefarbe zuordnen
for j in $pegellist; do
 
if [ $j -ge -79 ]
then
        echo -e "$gruen"Signalstaerke "$j"dBm  "*-- Sieht gut aus! --*" "$reset"
 
else
        echo -e "$rot""Signalstaerke $j"dBm "*-- Eher miese Verbindung. :("  "$reset"
 
fi
 
done
 
# Datendurchsatz des Clients aufarbeiten und in kByte bzw. MByte umrechnen
empfangen=$(iw dev client0 station dump |grep "tx bytes:"|awk '{print $3}')
 
for i in $empfangen; do
 
if [ $i -le  1048576 ]
then
echo $(( $i/1024 )) kByte bekommen
else
 
echo $(( $i/1048576 )) MByte bekommen
 
fi
done
fi
 
#sleep 5
#done

Quellen: https://wireless.wiki.kernel.org/en/users/documentation/iw https://wiki.openwrt.org/doc/howto/wireless.utilities http://kernelreloaded.blog385.com/index.php/archives/tweak-wireless-power-output-on-openwrt-and-linux/